Positionspapier

Planen mit den Bürgern

Positionspapier zur Planung und Gestaltung im Sanierungsgebiet „südliche Innenstadt-Erweiterung“

Im Kölner Süden wird auf einer Fläche von über 100 ha ein neues Stück Köln entstehen, das sich von der Luxemburger Straße über das Großmarktgelände bis hin zum Rhein erstreckt. Bei dieser „südlichen Innenstadt-Erweiterung“ soll nicht nur der Innere Grüngürtel geschlossen werden, sondern auch Wohnraum entstehen sowie Gewerbe angesiedelt werden. Um beim Planen und Gestalten die Bürgerinteressen zu vertreten, haben sich Anfang 2013 Initiativen und engagierte Einzelpersonen zum Bürgernetzwerk Südliche Innenstadterweiterung BÜSIE zusammengefunden.

Das Gelände ist ein Sanierungsgebiet, für das die Stadt Köln 2014 ein Bürgerbeteiligungsverfahren beschlossen hat. BÜSIE möchte hier die Verfahrenserläuterungen der Stadt mit einem Positionspapier ergänzen, das den Blickwinkel der Bürger und ihre Beteiligung an Planung und Gestaltung des neuen Quartiers ins Zentrum rückt.

ESIE-Plan, Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik

Die Arbeit von BÜSIE konzentriert sich auf die Qualität der Planung in den folgenden Bereichen:

  • städtebauliche Gestaltung und Nutzung

  • Innerer Grüngürtel und Begrünung

  • Mobilität

BÜSIEs Anliegen bei der Planung:

  • Eine Mischung vielfältiger und vielgestaltiger Wohn-, Gewerbe-, Bildungs-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen soll entstehen. Dabei wird die schematische Trennung von Gewerbe- und Wohngebieten nach dem Muster des städtischen ESIE-Drei-Zonen-Modells in Frage gestellt.

  • Lebendigkeit im Quartier soll durch die Errichtung von Wohn- und Arbeitsstätten in unterschiedlichen Bau- und Eigentumsformen gewährleistet werden. Die Bebauung soll für alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere auch für Familien und Kinder geeignet und ökologisch geprägt sein.

  • Fester Wohnraum für Flüchtlinge muss in die Bebauung integriert werden.

  • Preiswerter Wohnraum soll langfristig mithilfe niedrigpreisiger Wohnungsbau-Modelle garantiert werden. Die Spanne der Miet- und Erwerbspreise soll der Einkommensstruktur in Köln entsprechen.

  • Der verlängerte Innere Grüngürtel ist in größtmöglicher Ausdehnung als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Die Lückenschließungen zwischen dem Inneren Grüngürtel und Gleisdreieck Höninger Weg, Volksgarten, Raderberger Brache, Friedenspark und Rheinufer sind durch rechtsverbindliche Festsetzung im Geltungsbereich des Landschaftsplanes der Stadt Köln zu sichern.

  • Das neue Quartier soll durchgängig unter Einbeziehung der Fassaden und Dächer begrünt werden. Anwohner- und Gemeinschaftsgärten sollen entstehen. Gemeinschaftsgärten sollen auch im Übergang zwischen Bebauung und Grüngürtel möglich sein.

  • Fußgänger- und Fahrradverkehr soll im Quartier Vorrang haben. Geschwindigkeiten für den motorisierten Verkehr sollen nicht mehr als 30 km/h betragen. Dabei sollen Shared-Space Konzepte in Betracht gezogen werden.

  • Konzept der Inklusion soll konsequent in allen Bereichen des Quartiers umgesetzt werden.

  • Eine Landmark-Bebauung, z. B. am Gleisdreieck Höninger Weg, ist in Erwägung zu ziehen.

  • Das neue Quartier soll organisch mit den umliegenden Stadtteilen verbunden sein.

Planungsbrennpunkte, bei denen Architektur- und Planungswettbewerbe vorzusehen sind:

  • Überwindung der Luxemburger Straße, der Bonner Straße und der Rheinuferstraße durch den Grüngürtel.

  • Koordinierte Planung von Stadtarchiv, Grüngürtel und Justizzentrum.

  • Durch- und Unterquerung des Gleisdreiecks Höninger Weg unter Erhaltung und Aufwertung historischer Brückenbauwerke.

  • Einbeziehung der Baudenkmäler (Großmarkthalle, Auktionshalle, Bolder) in die Planung.

  • Verkehrsknotenpunkt Schönhauser Str./Bonner Str./Marktstraße.

  • Planung der Baukanten am Inneren Grüngürtel.

  • Planung des gesamten Quartiers unter größtmöglicher Berücksichtigung der Fallstudienergebnisse zum Großmarktgelände aus „Klimawandelgerechte Metropole Köln“.

Das neue Quartier soll in jeder Hinsicht zukunftsweisend sein. Um den Ansprüchen der Bürger an die Planung gerecht werden zu können, fordert BÜSIE eine frühzeitige, durchgängige und umfassende Bürgerbeteiligung.

 

Hier können Sie das Positionspapier runterladen.